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Samstag, 24. Februar 2007 |
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Die 1850-52 erbaute Synagoge demonstriert das Selbstbewusstsein der aus der "Judengasse" in das Ortsinnere gezogenen Kippenheimer Juden. Um ihren neuerworbenen Status als Staatsbürger zu dokumentieren, gaben sie ihrem Gotteshaus ein repräsentatives Äußeres.
Sie wählten den neuromanischen Stil, der als der prägendste Synagogenstil des 19.Jahrhunderts gilt.

Die Synagoge wurde im November 1938 entweiht. Die Nationalsozialisten verbrannten die Ritualgegenstände und demolierten die Inneneinrichtung. Spuren der Zerstörung sind heute noch zu sehen. Nach dem Krieg erwarb eine landwirtschaftliche Genossenschaft das Gebäude. Um es für ihre Zwecke nutzen zu können, ließ sie einschneidende Eingriffe vornehmen. Dass hierbei die beiden Türme und der Giebel mit der Rosette abgetragen und die rundbögigen Abschlüsse der Fenster begradigt wurden, kann nur als Ausdruck der Verdrängung der mit der Synagoge verbundenen Verfolgungsgeschichte der Kippenheimer Juden empfunden werden.
1987 erfolgte eine Renovierung. Während die Fassade wieder ihren ursprünglichen Zustand erhielt, wurde das Innere lediglich gesichert. Das renovierte Äußere und die von Schändung und Entweihung gezeichneten Innenräume machen die Kippenheimer Synagoge zu einem im Oberrheingebiet einmaligen Denkmal. Historisch bezeugt sie jüdisches religiöses Leben in einer christlicher Umwelt, zeitgeschichtlich die NS-Gewalt durch ihre Entweihung und schließlich dokumentiert sie in ihrem heutigen Zustand den Umgang mit der NS-Geschichte und dem jüdischen Erbe. Wegen ihres geschichtlichen und kunstgeschichtlichen Ranges wurde sie vom Innenministerium Baden-Württemberg 1981 als "Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung" eingestuft.
http://www.ehemalige-synagoge-kippenheim.de/ |